00:00
Persönlich.
00:30
Christian Zeuge in dem Gespräch mit Gästen.
00:38
Herzlich willkommen.
00:40
Zu untersöhnen und am Sonntagmorgen 15.00 Uhr zu Lebensdichtern am Schweizer Radio live oder als Podcast, wo immer sie uns gerade zuhören. Unterwegs oder zu Hause. Ein herzliches Grüezi aus dem Kellertheater Grünfels zu Rappers Villona und begrüssen mit mir meine beiden Gäste, Eva Wannermacher und Ralf Vicky. Schön, dass ihr hier seid. Guten Morgen.
01:11
Zwei ganz überraschende Fakten, die ich in unseren Vorgesprächen über euch erfahren habe, respektive, die ich wieder vor Augen führen musste. Ralf Vicky war in seiner Jugend seit Tambour, hat sich die Finger wund gespielt an der Fasnacht. Und Eva Wannermacher ist zweifache Grossmutter und das mit jungen 55. Eva, sag mal, was ist das Schönste am Grossmutter sein?
01:34
Ich will nur sagen, du sagst, was ist schief gelaufen da? Ich habe einfach im Kindergarten angefangen.
01:41
Nein, sag mal.
01:42
Nein, es ist wunderbar. Was ist das Schönste? Ich muss wirklich sagen, ich bin jetzt nicht die ganz typische Grossmutter. Ich bin noch voll am Arbeiten. Bauer gibt mein Unternehmen auf seit einem Jahr. Und ich bin sehr dankbar, dass meine Eltern, die Urgrosseltern, den Hütijob in erster Linie übernehmen. Ich komme vor allem Sahnehäubchen haben, so am Wochenende, die Ferien.
02:04
Ist du Weekend-Grandma?
02:06
Sozusagen, genau.
02:08
Genau.
02:09
Das heisst, da ist auch gar nicht der Druck entstanden, Mami, ich wäre noch froh, das ist die Sohn, der Vater geworden ist. Wenn du ab und zu einspringen könntest, das ist ein relativ schneller Riegel.
02:19
Er fragt schon regelmässig, auch für Tage unter der Woche. Das Glück ist mir. Wir sind eine sehr grosse Familie. Patchwork-Family. Irgendjemand hat immer Zeit. Alle, meistens meine Eltern, die springen zuverlässig. Sie haben schon für mich, also seit 30 Jahren, seit ich Kind habe, sind ja dann noch zwei nachgekommen, Immer gehütet, jeden Notfall ausbügeln können, weil wenn man eine Fernsehsendung hat, eine Radiosendung, dann gibt es kein, ich komme heute nicht arbeiten, sondern ich komme heute und muss schauen, wo die Kinder unterbracht werden. Und für das hat man Eltern im besten Fall.
02:49
Sehr schön.
02:50
Und Sie sitzen bei uns heute Morgen in der ersten Reihe.
02:53
Herzlich willkommen.
02:56
Sag mal, Ralf, Tambour, das hätte ich jetzt wirklich nie mit dir in Verbindung gebracht. Das hätte ja etwas sehr Militärisches, aber es hätte auch etwas Rhythmisches. Und ich glaube, dort hätte ich das abgeholt, als Bub.
03:09
Es hätte mich vor allem aus dem Blockflötenunterricht erlöst.
03:16
Wenn zwei Jahre Flöten ist und an Weihnachten unter dem Christbaum der grosse Auftritt ist und du spielst Sachen, die nichts mit Purple und Nazareth zu tun haben, dann ist das doof.
03:27
Wie halb war es, als du angefangen hast zu strommeln?
03:29
Ich bin etwa zehn eingesehen. Wann kommst du in Blockflöten? Wir sind ja in Blockflöten gedrängt worden.
03:36
Ich habe dort stehen geblieben.
03:37
Du bist sitzen geblieben? Ja.
03:40
Das hätte ich mir nicht gewünscht. Ich habe nach zwei Jahren aufgehört, es ist aber nichts mehr nachgekommen.
03:46
Ich bin rummeln. Es gab zwei Gründe. Erstens denke ich schon, dass ich ein rhythmischer Mensch bin. Das war das Erste. Aber noch fast wichtiger, ich wollte weg von zu Hause. Der Mittwochabend im Allerwinderturm in Luzern, einer der Museektürme, den wir geübt haben, auf den Böckli, war für mich auch eine Flucht gewesen, zwei, drei Stunden weg von zu Hause.
04:09
Könntest du es heute noch? Könntest du einen Marsch trommeln?
04:11
Steffisburger, ja. Basler-Tag-Wachwerden.
04:13
Den könnten wir zusammen. Ja, Triolen. Hast du auch trommelt? Nein, aber mein Sohn. Ich höre zu. Aber du bist Basler.
04:27
Eva, du warst Fernsehpionierin, Tele Zürich über 10 vor 10 bis Kulturplatz, Newsgeschäft, Live-Fernsehen im Schaufenster der Nation. Und man hat bei dir bis heute das Gefühl, bei deinen Auftritten, es ist dir wohl. Deine Sets sitzen da jetzt keine Floskeln drin. Ist das absolute Kontrolle über dich selber? Ist es Meisterschaft über die Nerven? Hast du das immer gehabt?
04:53
Nein, ich war eher ein Scheuchsmäidchen, der nicht die grosse Röhre auf dem Pausenplatz geschwungen hat. Das kam erst später. Ich glaube, Roger Schawinski hat das in mir rausgekürzelt. Er hat gesagt, kommst du mit uns ins Gründungsteam von Tele Zürich? Ich habe gesagt, ja, natürlich.
05:13
Kannst du dir vorstellen, erstens, zweitens, drittens, bei Leuten gehen einfach so, ohne dass du sie kennst und dann und sowieso? Da habe ich einfach Ja gesagt. Da dachte ich, wenn ich Nein würde sagen, dann wäre ich nicht in der Auswahl. Und dann irgendwann muss man sie auf den Boden bringen, dann muss man es beweisen. Und das ist eigentlich so der Anfang gewesen. Ich habe ja als schreibende Journalistin angefangen, da muss man nicht so grosses Selbstbewusstsein haben, um den Job zu erledigen und dann spätestens beim Fernsehen.
05:37
Muss man das anders beweisen?
05:38
Ein Aha-Moment vor der Kamera?
05:41
Ich war dort als Videojournalistin, da war ich hinter der Kamera in erster Linie. Und dann hat Roger gefunden, der uns immer gefordert hat, aber auch gefördert. Und ich glaube, ohne Schawinski gäbe es keinen Nachwuchs beim Schweizer Fernsehen. Oder alle die, die gross wurden beim Schweizer Fernsehen, gäbe es nicht. Er hat die eigentlich alle gefördert.
06:00
Ich glaube, als er sagte, du kannst das, du machst das, dann war ich 2.23 Uhr, als ich das erste Mal die Nachrichten moderiert habe bei Tele Zürich an einem Osterwochenende. Und seine Frau hat mir dann noch so ein Amulett angelegt, ein Türkisstein. Man kann das bis heute nachschauen auf YouTube, die Sendung gibt es.
06:23
Mit diesem Schmuck bin ich dann in die erste Sendung und Roger hat gesagt, du machst das und du kannst das. Und dann ist das irgendwie so eine Manifestation geworden und natürlich muss man dann noch ein bisschen mehr arbeiten, damit es dann aufgeht über längere Zeit. Aber ich glaube, ich gebe ja heute Workshops für Auftrittskompetenz oder überhaupt Kommunikation als Führungskompetenz und ich glaube, es fängt immer beim eigenen Mindset an. Wenn man sich selber nicht zutraut oder wenn man sich selber nicht glaubt, dann glauben einem die anderen auch nicht.
06:54
Glaubwürdigkeit und Echt sind wahrscheinlich ein wichtiger Schlüssel.
06:58
Das hat ja etwas zu tun mit der Aura oder dem Charisma. Kann man Charisma einem Sein auch beibringen?
07:03
Ich behaupte, ja, ihr lacht es. Charisma ist lernbar, aber man muss auch wollen. Und wenn ihr Lust habt, das mal rauszufinden, auf YouTube gibt es alte Filme von Barack Obama, wo er sein erstes Buch vorstellt, lange bevor er Präsident wurde. Und man erlebt dort einen Menschen, der nuschelt, der keine Ahnung von Rhetorik hat, der keine Ahnung von Storytelling hat. Und wenn man sieht, wie er jetzt, heute oder wie er in seiner Präsidentschaft auftreten konnte, emotional gewusst hat, wer ist mein Publikum, was sage ich zu welchem Publikum, wie kann ich meine Message rüberbringen, dann würde ich wirklich behaupten, Charisma ist lernbar.
07:47
Ich möchte schnell bei diesem Amulett Die klinken, weil ich habe in meinem Augenwinkel natürlich die beiden typischen Armreifen von Ralf mit seinen wunderschönen Türkis drin. Auf der einen Seite, auf der anderen Seite ist es irgendwie Perlmut. Ralf, was hast du für eine Geschichte mit den beiden? Man sieht die, ich bin auch froh, dass die Kittel abzogen ist, wie jetzt sieht man es auch.
08:08
Ich danke vielmals, dass wir das dürfen. Nein, nur rasch so ein Vergleich. Du hast von diesem Amulett erzählt. Und das wurde dir ja auch gegeben. Du hast das nicht selber mitgenommen. Und vor meiner ersten Sendung, vor zwölfeinhalb Jahren, ich weiss noch, ich habe eine Woche vorher schon in die Hose gemacht, es ist mir wirklich, ich habe so Schiss gehabt, nichts selbstbewusst zu sein. Ich bin eigentlich wie die Jungfrau zum Kind zu diesem Job gekommen. Und da hat mein lieber Moderationskollege, Stefan Sigethaler, mir so einen doppelpackigen Hackli feucht gebracht.
08:40
Das ist mein Amulett.
08:44
Also die einen kommen dann Schmuck über die anderen Feuchtüche. Also da braucht es keinen weiteren Kommentar. Wenn wir schon beim Schmuck sind, Ralf, kannst du nicht kurz deinen Gürtel zeigen? Der ist nase.
08:59
Wie geht es noch weiter? Ja, es geht eben noch weiter. Ich übersetze es vor allem. Das blitzt mit Silber und Hürgis vor allem zu Hause.
09:08
Ein wunderschöner, wunderschöner Gürtel. Dankeschön, Eva. Das kannst du nur du. Ich mache ein wenig mehr das erste Mal gesehen. Und das letzte Mal. Den können wir sonst nicht alle zu sehen, aber dankeschön. Sag jetzt mal, nochmal zu den Hürgis-Amuletten oder respektive Amreif. Was ist Geschichte dahinter?
09:26
Ich war ein junger Journalist, etwa 3,24.
09:32
Ich durfte das Open-Air mit Brogul Harum ein Interview machen. Dort hatte es einen Verkäufer, der die Reifen verkauft. Er hat erzählt, er habe den dort gekauft. Der ist von 1895.
09:48
von einer Frau Bovary und der Heike auch dort gekauft und ich habe dann irgendwie gefunden, und für mich als junger Praktikant war ich noch viel Geld, das hat etwa 300 Franken gekostet und ich musste das wirklich einteilen, aber ich habe ihn gekauft.
10:04
Und er lebt wirklich immer noch. Und wenn das stimmt mit 1895, mir geht ja etwas an Bedeutung. Ich könnte sagen, das ist irgendwie ihre chinesische Fabrik. Das mache ich aber nicht, weil ich auch ein bisschen der Romantiker bleiben möchte. Aber das habe ich einfach schon dann gekauft. Ich hatte keinen Bezug zu Navajo-Indianern. Aber auf das habe ich natürlich dann auch lesen, weil es mich interessiert hat. Und wenn ich einen Tag nicht an hätte, also habe ich das Gefühl, der Arm würde rauf fliegen. Obwohl er nicht so schwer ist, aber er gehört einfach dazu. Ich kann dir auch nicht sagen, warum.
10:34
Du trägst ihn immer. Ein anderer Begleiter ist jetzt nicht dabei. Slamli. Was hat Slamli für eine Geschichte? Das ist ein Stofftier und du bist auch mit dem schon in Afrika-Sachen aufgetreten, in Reportage. Hast du mit dem auch über das erzählt?
10:46
Ich habe immer viel bezahlt dafür, dass Slamli auch vorkommt, genau.
10:50
Das Lämli hat etwas Gutes. Es hat zwei Sachen. Erstens vergisst es, was gestern war. Und ich würde mir so manchmal wünschen, ich könnte am Abend, bevor ich einschlafe, oder auch am Tag, weil ich schlafe ja gerne, den Moment vom Loslassen. Und das kann das Lämli. Am anderen Tag ist für ihn die Welt wieder neu. Und das Zweite, es ist naiv.
11:15
Es glaubt noch an das Gute. Ich sage immer, dort, wo das Christkindchen erklärt wurde oder wo es einem selbst erklärt hat, was es ist, war irgendwie die Kindheit vorbei und die Naivität. Da wirst du erwachsen und da kommst du in den Strudel von all dem Zeugs, das ich eigentlich nicht so mache. Und das Lämmchen erinnert mich. Und das Dritte. Ein Lämmchen hätte es gar nicht gegeben, wenn man es vergisst. Man muss auch achtsam sein mit so etwas, dass man es nicht verliert, dass man es nicht vergisst. Aber jetzt könnt ihr denken, das ist einfach ein Blödsinn.
11:44
Wo ist es jetzt?
11:45
Ich habe es leider wirklich zu Hause vergessen. Ich habe es parat gemacht und es wird fluchen heute Abend.
11:56
Ich habe es auch mal vergessen und ich war wirklich froh, es war das einzige Mal. Ich war dann auf die Alpe vor ein paar Jahren und dort zum Kriegelhauter und dort habe ich es auch vergessen. Und beim Auffahren merke ich, yes, das Lämmchen und ich bin eigentlich selten, das Lämmchen. Auf jeden Fall dort oben angekommen und ich komme dann mein Hütchen. Und weisst du, was es dort war? Ein Fuchs oder ein Wolf im Schafspelz. Und ich weiss, was diese Wölfe fressen. Und darum, ich war so froh, ich habe das voraus...
12:33
Das ist persönlich live mit Ralf Vicky, viele Jahre Moderator vom Nachtclub SRF 1 und Eva Wannermacher, Führungscoach, langjährige Fernsehjournalistin und Moderatorin. Und wenn ich eure Lebenswege anschaue, meine ich zumindest, dass ihr beide schon früh einen Drang gehabt habt, starre Regeln zu durchbrechen, euren eigenen Weg zu gehen. Eva, du hast früh einen eigenen Willen gezeigt, zum Beispiel, hast das KV gemacht, stell bei einer Unternehmensberatung und am dritten Tag hast du gesagt... Bye-bye.
13:04
Was ist passiert?
13:06
Da haben meine Eltern nicht sehr viel Freude gehabt. Der KV-Lehr war abgeschlossen und die erste Stelle habe ich angetreten. Am ersten Tag habe ich die Kaffeeküche aufgeräumt. Am zweiten Tag habe ich die Stifte gespitzt. Am dritten Tag konnte ich zum Diktat. Dann habe ich irgendetwas nicht verstanden, den Kontext. Und dann habe ich gesagt, wie ist genau da der Zusammenhang? Dann hat mein damaliger Chef gesagt, sie müssen es eigentlich nicht verstehen, sie müssen es nur schreiben. Und dann habe ich gefunden, nein, ich möchte eigentlich verstehen, was ich schreibe.
13:40
Und dann habe ich in der Probenzeit diesen Job gekündigt und habe keinen Job gehabt. Dann bin ich im Bade, dort, wo ich aufgewachsen bin. Und dann ist ein damaliger Ringejournalist, auch wieder Bade gewesen, Und dann sagte ich, weisst du, als Journalismus, das wäre es doch. Und dann habe ich angefangen, die Fühler auszutrecken. Und das war echt der Anfang.
14:01
Das klingt jetzt sehr gerade und direkt und einfach. Ist dir auch wirklich so einfach gefallen, dein Entscheid zu fallen? Einfach aus einem inneren Impuls.
14:08
Ja, komplett. Also der Matthias Acker, der heute auch in der ersten Reihe sitzt, hat mal ein Porträt geschrieben, das er, glaube ich, sogar getitelt hat.
14:17
Die Angstfreie oder so. Und natürlich habe ich auch Schiss von ganz vielem. Aber ich glaube, in Entscheidungsmoment bin ich klar. Und dann braucht es nicht mal Mut, dann ist es einfach eine Klarheit.
14:30
Da tut sich ein ganzes Panoptikum an Folgen auf angstfrei. Das heisst, du musst auch ein Umfeld gehabt haben in deiner Kindheit, Jugendzeit, wo dir den Boden gegeben hätte, angstfrei zu sein. Wo vor Ort ist das? Wo hast du gelehrt, angstfrei zu sein?
14:46
Also in erster Linie zum Widersagen hier in der ersten Reihe. Ich glaube, Eltern prägen einen sehr, dass man das Gefühl hat und die Überzeugung hat und das Wissen ganz tief, so quasi ein Urvertrauen. Ich bin behütet und mir geht es gut.
15:03
Kannst du ein Beispiel machen, wie Sie das gerne haben?
15:05
Dass man gehört hat, was ich sage. Also man hat mir schon früh eine Stimme gegeben. Und lustigerweise ist ja das bis heute meine Passion, die Kommunikation, eine Stimme zu haben, anderen eine Stimme zu geben, heute auch. Ich glaube, das war ein Schlüsselmoment, dass wir einen Austausch hatten miteinander, dass ich mit meinen Eltern über alles reden konnte.
15:27
dass es ein sehres Offenungshaus war, dass man mir sehr viel vertraut hat und zutraut hat. Also nicht die totale Kontrolle, die man heute oft erlebt, mit Kindern. Ich versuche, das meinen Kindern auch weiterzugeben. Es gibt Regeln.
15:44
aber nicht wahnsinnig viel. Und das ist, denke ich, ein guter Rahmen. Und mein Selbstverständnis habe ich von meinen Eltern bekommen, dass man Kinder befähigt, dass sie selber können. Dass man ihnen das Beste zutraut und immer vom Besten aus geht. Wir haben das vorhin hinter den Kulissen gesagt, dass man immer vom Besten aus geht beim Gegenüber. Was du sagst, eine Noevität.
16:07
bewahren, wie es Ralf vorher beschrieben hat, sich eine gesunde, kindliche Neuvität bewahren und immer vom Guten auszugehen. Das ist eine Lebenshaltung.
16:15
Ralf würde sagen, du gibst jemandem Kredit im Vorfeld.
16:19
Ich habe jetzt gedacht, ich beneide dich von Anfang an deine Kindheit. Für das, was ich wollte, war das Gegenteil. Ich habe immer gehört, was die Nachbarn denken. Ich bin so aufgewachsen. Was die Nachbarn denken, war wichtiger als wer du bist. Du hast gesagt, du sei schwulbehütet, erkannt worden. Ich hatte immer das Gefühl als Kind, ich werde nicht erkannt. Ich habe zwar geschrien oder meine Sachen gesagt, ich war auch zurückhaltend, schief.
16:52
Der Kleinstimmer, bis in die 6. Klasse, mit der Mädchen musste ich stehen, im Turnier noch. Ich habe eine Frisur. Nein, wegen der Länge. Auf jeden Fall, das hat mich sehr geprägt, im Sinne von, dass ich mich dann früher gewirrt habe. Ich habe gelernt, abgrenzen. Ich musste mich abgrenzen. Und, sorry jetzt für den Begriff Scheiss, es war so viel, dass ich gar keine andere Wahl hatte, als das zu machen, was ich dann gemacht habe. Weil gestorben bin ich ja nicht.
17:23
Also wir sind recht überlebensfähige, kräftige Wesen.
17:27
Und wenn das nicht geht, dann kannst du gar nichts anderes. Und ich bin wahrscheinlich so geworden, wie ich heute bin. Die Leute sagen, warum bist du so lieb? Ja, was soll ich denn so böse sein, wie ich es erlebt habe oder wie ich empfunden habe? Ich glaube nicht, dass meine Eltern böse waren, aber wahrscheinlich hatten sie wirklich einfach Angst.
17:45
An einem gewissen Punkt, ich will vielleicht einen Episoden aus seiner Jugend einbringen. Du sagst, du warst eher fein, schüch, musst du im Turnen einsteigen bei den Mädchen. Und trotzdem, du warst in einer Bubenklasse, an einem gewissen Punkt.
18:00
Ja, an einem gewissen Punkt. Bei uns war es so, nach der Primarschule machst du dann entweder Zeck- oder Gymnoprüfung. Ich kam in der Realschule nicht. Dort waren alle drei Köpfe grösser.
18:12
Es war ziemlich hart. Dort waren lauter Männer.
18:17
Auf dem Lehrer traut einen zu fangen. Wir hatten mehr Polizei im Haus als anders.
18:24
Und da kam so einen Druck rein, wo du das Gefühl hast, du müsst jetzt auch dazugehören. Wenn du gerade anfängst, zu pubertieren. Und ich habe dann angefangen zu pubertieren, wo die anderen schon ein bisschen Bartstoppeln hatten. Und dann wolltest du auch dabei sein. Und das war eine ganz schwierige Zeit. Ich bin froh, dass ich nach dem ersten Oberschuljahr in ZEG gearbeitet habe. Es hat mich ein bisschen gerettet, den Verbrecher zu werden.
18:55
Wir haben ja beide eure eigene Stimme entdeckt, eben als junge Journalistin. Ich möchte noch schnell bei dir beim Radio bleiben, weil der Radio-Virus ist zuerst beim Privatradio losgegangen, in den 80er Jahren selbst. 40 Jahre her. Was habt ihr dort an diesem Job der Ärmel reingenommen?
19:13
Die Tage war gleich wie der andere. Und ich war von Grund auf ein mühsamer Mensch gewesen, für die, die es mühsam gefunden haben, wenn du immer Fragen gestellt hast. Und ich habe Fragen gestellt, stellen noch heute. Aber das ist natürlich mühsam, wenn die Eltern dann von überfordern. Aber mich hat das interessiert, den Radiojob, ich habe dann noch studiert. Aber der Radiojob hat mich in den Ärmel genommen, weil er jeden Tag neu war. Darum wollte ich heute News-Junk. Ich wollte wissen, was passiert. Nicht nur was, sondern auch die Zusammenhänge.
19:43
Vom ersten Tage war ich einfach angefressen.
19:47
Es hatte aber nur eine Eitelkeit dabei. Irgendwann wollte ich mich auch am Radio hören. Als Student möchtest du vielleicht eine politische Meinung oder das Gefühl, das, was du denkst, und jetzt hast du so viel gelernt, ein wenig durchschimmern. Das ist das eine. Aber die Eitelkeit, und das gebe ich heute zum ersten Mal zu, ich habe es nie geschafft, aber heute habe ich es jetzt zwölf, halb Jahre gemacht, aber man wollte sich auch am Radio hören. Und in Bern, ich als Luzerner, durfte ich nicht einmal Beiträge auf Mundart lesen.
20:17
Ich musste einen Berndeutschkurs machen. Und nach ein paar Jahren durfte ich dort Nachrichten auf Hochdeutsch lesen und dann auch Beiträge moderieren, die innerhalb der redaktionellen Geschichte waren.
20:31
Aber ich bin hängen geblieben. Es hat mich fasziniert, was in den Röden passiert. Ich habe Politologie studiert und mich hat das interessiert, wenn verschiedene Meinungen aufeinander kommen und vor allem wieder mit dem umgegangen wird.
20:41
Lass ich noch schnell auf Politik gehen, weil mit 18 hättest du mal eine eigene Partei, das ist welcher Nationalrat. Eine Partei heisst Teil 2000. Eine Partei-Kasse 150 Franken. Also der Vater des Kollegen hat das gezahlt, genau. Sagen wir mal.
20:57
Wir waren im Gymnasium, Markus Belser, der böse, und wir waren nicht einverstanden. Erst als ich nach dem Sekt ins Gymnasium ging, interessierte mich, was eigentlich passiert war. Vorher habe ich mehr Kissen und solche Sachen gelernt.
21:14
Nachher ist das alles aufgegangen und er war schon früher reifer als ich, was das betrifft. Auf jeden Fall haben wir gefunden, wir wollten etwas ändern in diesem Land. In einer CVP musst du also Mengen Sonntagvormittag nach der Kilo Brotwurst verteilen und solche Dinge machen, bis du dann mal auf eine Liste kommst. Man denkt, man gründet selbst eine Partei. Und das klingt jetzt komisch. Damals hat man mit heute, Teil 2000, das klingt noch, ja, klingt ein bisschen frech.
21:45
Wir hatten keine solche Absichten gehabt. Und der Kollege, sein Vater hatte ein bisschen Geld, hat uns 150 Franken gespendet. Wir haben sie gebraucht zum Kopien machen von unserem Programm. Da sind wir einfach ein paar Samstags nachmittags in Luzern auf dem grossen Platz hergestanden. Aber aus jeder Gemeinde hatten wir eine Stimme. Und das Schöne war, Radio SRF hat ja alles abbilden müssen. Es waren auch die kleinsten Parteien eingeladen.
22:11
Und dann sind wir dort auch eingeladen gewesen. Und ich weiss noch, die haben uns interviewen wie die anderen, einfach weil es ja dazugehört hat. Und ich weiss noch, dann hat er gefragt, rechnet ihr wirklich damit, dass ihr einen Sitz gewinnt? Und dann habe ich gesagt, es macht nichts, wir haben auch Klappstühle, die wir mitnehmen können.
22:38
In dieser Phase, nicht gerade mit 18, aber Mitte 20, Eva, du bist aufgetaucht, zuerst Telezüri und nachher das 10 vor 10 und da ist wirklich ein Stern am Himmel aufgegangen, du hast Preisen eingeheimst, wirklich von 0 auf 100 gefühlt für einen Basler, der vielleicht Telezüri nicht geschaut hat. Hat es eigentlich auch Neid gegeben? Also ist dir Neid begegnet?
23:03
Also ich habe immer, das ist ja, was du vorher gesagt hast, Ralf, wir sind nicht am Fernsehen, sondern am Radio, da muss man sagen, mit wem das man spricht. Genau. Es ist ja alles immer ein Entscheid, wo schaut man an, was für Prioritäten setzt man. Und damals in den Jahren, als ich neu war bei 10v10, habe ich mich fokussiert auf meine Arbeit und dass ich nach drei Monaten den ersten und nach sechs Monaten den zweiten Preis gewonnen habe, wo andere ihr Leben lang darauf gewartet haben, ob bei SRF auch solide gute Arbeit gemacht hat, war nicht unbedingt zu meinem Vorteil, aber ändern konnte ich es auch nicht.
23:38
Und dann hat irgendwann mal eine Kollegin zu mir gesagt, wenn man so Freunde hat, dann braucht man keine Feinden.
23:46
Und da dachte ich, jetzt warten wir einen Moment mal. Wie meint sie jetzt das? Also natürlich habe ich da auch einfach einen Fokus gesetzt. Ich habe meine Arbeit gemacht und ich habe logischerweise gespürt, dass es da Missgunst gibt. Weil ja, wenn man ein Leben lang einen Job macht in der Öffentlichkeit und die meisten Menschen, die vor der Kamera stehen, die am Mikrofon stehen, wie es Ralf gesagt hat, haben auch die einen ein bisschen mehr, die anderen ein bisschen weniger Eitelkeit. Und dann gibt das natürlich, ja, gibt das schab und zumal ein bisschen giftiges Blut.
24:15
Aber ich habe immer versucht, den Fokus so zu setzen, dass ich meine Arbeit gut machen konnte.
24:20
Und das konntest du wegstecken? Also wenn du quasi durch die Gänge gelaufen bist und wusstest, ach ... Also ich habe es gelernt.
24:26
Stichwort Resilienz. Ich glaube, das muss man dann relativ schnell lernen. Und das, was im Haus passiert, ist das eine. Das andere ist das, was ausserhalb des Hauses passiert, in den Medien. Da bin ich natürlich auch einfach von null auf hundert. Damals gab es beim Schweizer Fernsehen nicht eine Medienstelle, die den Namen so verdient hätte, wie es heute passiert, dass man auch geschützt ist, dass man geführt wird vom Haus usw. Da ist einfach der Post abgegangen. Und da kann man sich etwas vorstellen, wie das gewesen ist für mich.
24:59
Da muss man das schon relativ schnell... Sehr resident.
25:01
Junge Frauen, Mitte 20, Ende 20. Du hast vom News-Geschäft ganz abrupt ins private Unterhaltungsgeschäft, in das prominenteste Unterhaltungsformat, das es mittlerweile nicht mehr gibt. Aber damals gab es nichts Größeres als Big Brother im wahrsten Sinne des Wortes. Warum dieser Schritt damals, wenn du mit fast 25, 26 Jahren die Phase deines Lebens anschaust?
25:27
Ich würde sagen, rückwärts betrachtend, das war meine pubertäre Phase. Also bei mir hat es länger gebraucht, als bei mir alles. Ich hatte weniger Grund, zu Hause zu revoluten, weil da hat man mich ja verstanden und supportet und so weiter. Ich glaube, nach diesen drei Jahren, bei 10 von 10, alle Preise gewonnen und so weiter, Irgendwann muss man beweisen, dass man noch jemand anders ist wie diese Frau im ZVZ-Studio. Und dann ist man ein wenig pubertär und revolutzerisch unterwegs. Und so hat sich das bei mir geäussert. Es ist ein Angebot von TV3. Damals wusste ich noch nicht, dass es Big Brother sein wird.
25:59
Es wäre etwas anderes Plan gewesen, aber Schwamm darüber. Ich war dann froh, als nach anderthalb Jahren der Sender TV3 zugegangen ist, weil dann ist meine Karriere im Reality-TV-Format auch vorbei gewesen und ich bin dann zu 3 satt und habe Kulturzeit moderiert und bin dann wieder zurück auf den Weg.
26:18
Wo ich mich ein bisschen wohler gefühlt habe. Ralf, du hast ja dann irgendwann einen Wechsel gemacht, auch im SRF-Haus, als DRS1 Musikchef damals, mit Lederhosen, Tattoos und so. Wie hat das dein Umfeld gesehen? Was geht Ralf?
26:36
Zum 1. Weisst du es noch?
26:39
Nein, das weiss ich nicht mehr, wie es das Umfeld war. Ich kann nur sagen, dass es mich angezogen hätte, in die Zeit zu gehen. Wenn du beim Lokalradio gross wirst, wo schnell wieder einmal, wenn irgendeine Unruhe auf der Welt ausbricht, die Werbezahlen einbrechen, musst du wieder jemanden entlassen und all das, oder das Unruhige. Und das habe ich ein paar Jahre erlebt. Ich habe immer gedacht, das schönste wäre für einen so einen Lokalradio-Mensch, einmal beim in der heiligen Halle vom SRF oder damals DRS zu sein. Und das habe ich mir immer gewünscht.
27:10
Und ich habe manchmal sogar so Spiele gemacht, dass ich dachte, wenn das Dampel jetzt auf Rot bleibt, dann komme ich dort nie her. Und wenn es grün wird, dann schaffe ich das. Und so habe ich mir das zurechtgelegt. Ich habe mir immer gewünscht, einmal diese Zeit zu gehen, Und als Walter Rueck dann Direktor war und er war der Verwaltungsrotzpräsident von Radio 32, den ich dann geleitet habe. Ich habe ihn also gekannt und er hat mich eigentlich quasi berufen und gesagt, du könntest nicht kommen. Sie haben ein bisschen frische Windwellen im DRS damals.
27:40
Und ich bin dann so eigentlich, bin ich da hergekommen. Und ich bin so dankbar, dass ich da hergekommen bin, dass ich das auch noch erleben durfte.
27:49
Ich behaupte, Sie haben relativ früh möglicherweise gespürt, dass die Medienbranche keine lebenslange Garantie gibt. Eva, du hast früh angefangen, die psychologische Seite des Lebens mit einem psychologischen oder Coaching-Stand aufzubauen. Warum eigentlich? Wo ist das hergekommen?
28:10
Also eigentlich habe ich immer gerne auch neben dem Journalismus mich mehr um Psychologie gekümmert. Und dann habe ich mich eingeschrieben für einen Studiengang, der drei oder vier Jahre gegangen wäre, am IAP Psychologie. Und dann ist die USAT gekommen. Und dann dachte ich, okay, jetzt ruft nochmal das Fernsehen. Das war aber vor 25 Jahren. Da dachte ich, okay, jetzt mache ich die Runde noch. Nachher habe ich dann schon Zeit. Aber ich habe dann doch irgendwann gemerkt, dass das Fernsehen noch eine nachhaltige Angelegenheit ist. Ich habe dann noch mal 21 Jahre Kulturplatz moderiert und habe dann angefangen, auch Kinder grösser waren, das nebenher zu machen.
28:42
Dass ich ein Diplom in psychologischem Coaching gemacht habe. Jetzt schließe ich dann noch ein CASA an der HSG, weil ich es wichtig finde, dass man systemisch arbeitet. Aber das ist eigentlich der Wake-up-Call gekommen.
28:56
wo ich mit einer Psychologin gesprochen habe. Sie war damals 70 und ich wahrscheinlich 35 Jahre alt. Und ich dachte, wow, sie macht das, was sie will. Sie ist in ihrer Passion. Es gibt kein Verfallsdatum für ihren Job. Niemand anders entscheidet, wie lange sie gearbeitet hat. Sie ist frei.
29:15
Und dann habe ich gedacht, okay, das merke ich mir. Und dann habe ich die Weiterbildung gemacht, noch nicht mit einem konkreten Plan. Dann ist Corona gekommen, Lockdown, die zweite, dritte Sparrunde bei SRF. Wir sind ja dadurch mehrere durch. Die haben schon vor ein paar Jahren gestartet. Dann ist ein Kollege von mir zwangsfrüh gepensioniert worden. Ich war mit ihm auf einer Sendung, hat mir das so erzählt, fast unter Tränen. Dass jetzt bestimmt wird, dass er seinen Job aufhören muss, Absolutes Feuer dafür hat und Leidenschaft.
29:46
Und dann kam kurz darauf der Lockdown und ich dachte, ich will nicht, dass mir das passiert. Ich will den Plan B zu meinem Plan A machen und habe dann während der Corona-Zeit angefangen, mein Coaching-Geschäft aufzubauen und habe das dann sechs Jahre parallel gemacht und irgendwann muss man ja springen. Irgendwann muss man die Entscheidung fällen, so jetzt. Und natürlich, das braucht auch wieder Mut. Genau.
30:11
Und an welchem Punkt war es klar, dass du diesen Sprung ins Leere kannst, wo du ja nicht weisst, ob die Flügel abheben und ob der Wind stimmt und eine Landefläche da ist?
30:23
Es gibt dann natürlich die Tendenzen, dass wenn man anfängt, dann gibt es gute Rezensionen, das spricht sich ja weiter, natürlich ist das Beste Mund-zu-Mund-Propaganda. Dann gab es ein Porträt der NZZ über mich, was ich neue Dinge mache, das war vor etwa sechs Jahren. Und dann haben sie sich angefangen zu unternehmen, zu melden. Und das war mein grosses Glück, dass ich natürlich dort einfach... Also ganz ins Leere musst du nicht umgehen? Nein, natürlich nicht. Also das hätte ich mir glaube ich auch nicht getraut, weil ich habe doch drei Kinder, die ich auch noch... unterstützen, aber es hat auch Mut gebraucht. Das ist sicher so.
30:53
Man hat nicht einfach einen sicheren Boden und ein Netz, sondern man muss es wagen. Aber ich bin sicher gewesen, dass es für alles einen richtigen Moment gibt. für Entscheidungsfälle. Und wenn man zu lange wartet, neu zu gehen, dann glaube ich nicht, dass es besser wird. Also man sollte es im besten Fall selber merken und nicht alle rundherum denken, wann geht sie eigentlich, wann hört sie mal auf. Wer sagt ihr das? Das wollte ich nicht erleben.
31:20
Coaching ist auch etwas, was dich durchaus in deinem Leben begleitet hat, nämlich selber als Coach. Du hast schon eine Phase gehabt, in der du gesagt hast, das wäre etwas, das ich mir als Beruf vorstellen könnte, Ralf.
31:33
Ja, natürlich. Mich interessieren die Menschen grundsätzlich. Und mich interessieren vor allem die Sachen, die allen passieren, die aber auch alle irgendwie verdrängen. Je normaler, desto besser. Ich habe mich dann eine Weile lang mit Frankl befasst.
31:51
Ein Wiener Psychiater, der auch das KZ überlebt hat. Und alle seine Verwandten sind irgendwie weggekommen durch die vielen, vielen Brüchen. Immer wieder weg, aber er hat immer überlebt. Und ihm seine zentrale Frage war, wie kann ich dem Leben noch einen Sinn geben?
32:08
Und diese Frage nach dem Sinn hat mich schon immer beschäftigt. Und wenn ich auch über Sachen höre, ganz Einfaches. Ich habe immer das Gefühl, Menschen haben zu wenig Feedback. Das ist einmal das Erste, was ich denke, jetzt auch nach der Zeit, in der ich das jetzt auch machen darf. Und wie viel braucht es, dass man mit jemandem so spricht? Man sagt ja, so wie man in den Wald ruft, kommt es zurück.
32:30
Warum nicht zehn Minuten am Tag mit jemandem die Aufmerksamkeit geben und vielleicht jemandem ein gutes Gefühl weitergeben? Schlussendlich ist das mein Gedanke. Jemandem ein gutes Gefühl weitergeben. Ob das jetzt Coaching ist, oder ob man dann andere haben weisse Kettel mit Professor und du hast jetzt auch gesagt von Ausbildung. Was braucht es an Ausbildung, um ein guter Mensch zu sein? Um jemanden zu sein, der gespürt, oder? Ich meine, ich habe mal auch studiert und Mediziner zusammen gesehen und dort gab es ja dann auch so die psychologischen Fächer.
33:04
Und dann habe ich das Gefühl, du bist ja wahrscheinlich, was bist du für einen Arzt, wenn du fertig bist. Zu Kollegen, weil ich dachte, also zu denen würde ich nie gehen. Aber darum bin ich ja auch nie Arzt geworden.
33:27
Ralf, ich bin sicher, du wärst ein fantastischer Coach, weil das ist die Grundeinheit. Ich kann auch keine Unternehmen, die sich melden. Es können ja auch einzelne, all die, das ganze Publikum vom heutigen Sonntagmorgen. Ich glaube, es braucht ja auch nicht irgendwelche Diplome. Ich denke, das macht man vor allem für gewisse Kunden, wenn man es professionalisieren will. Aber es gibt gute Forschungen aus der Psychologie, dass es egal ist, nach welchem System. Genau. Die Kassen hatten sie einfach noch nicht. Das ist natürlich ein anderes Thema.
33:58
Aber am Schluss braucht es den Menschen und den Austausch. Und wenn du Viktor Frankl zitierst, das ist einer meiner Säulenheiligen aus meiner inneren Reise, die ich mache, auch betreffend Coaching. Das ist eine ganz zentrale Figur für mich. Und er hat einen Satz gesagt, der heisst, zwischen dem Reiz von aussen und deiner Reaktion liegt deine innere Freiheit.
34:23
alles zu entscheiden. Alles ist ein freier Entscheid. Von aussen kommt ein Stress und ich reagiere. Aber wie? Da liegt der Raum meiner inneren Freiheit. Er hat so viele fantastische Bücher geschrieben. Darf ich auch noch eine? Ja, bitte.
34:38
Also sinngemäß, sinngemäß und das passt eben sehr gut rein. Frankl fasziniert mich eben auch, weil er aus der ausweglosesten Situation noch versucht, irgendetwas zu sehen. Das heisst, alles, was nicht gut ist, müssen wir ja, das ist nicht gut. Also wir haben eine Vorstellung, wie es besser sein könnte und dort etwas reinsetzen. Er hat sinngemäss gesagt, dass er eben nicht wartet, was das Leben ihm bringt, sondern was er im Leben bringt. Und das ist auch etwas geworden, das ich jetzt so probiere zu leben. Also nicht einfach warten, was kommt jetzt, sondern so schön.
35:10
Nein, wir haben auch einen Auftrag. Wir sind nicht allein, wir sind in einer Gemeinschaft. Wir sind auch nicht einfach nur hier, um glücklich zu sein, sondern vielleicht gibt es ja auch noch das Unglück von jemand anderem. Und ich glaube, das ist der Sinn.
35:22
Man will beschützen, man will beschützt werden, man will Liebe, man will geliebt werden. Aber es ist immer so etwas. Es ist nicht einfach nur sein.
35:29
In diesem Fall ist das aber so ein bisschen deine DNA vom Nachtclub, den du in den letzten 13 Jahren so gemacht hast.
35:34
Absolut. Ich kann immer für mich sein. Christian, das erfährst du jetzt als mein Chef. Erfährst du das?
35:49
Es war eine spezielle Lebensphase. Du hast ja gesagt, du seist wie die Jungfrau zum Kind gekommen mit dem Nachtclub damals, mit dem Posten.
35:56
Ich komme plötzlich von jemandem zugeschickt das Inserat über. Und ich habe gelesen, es sind etwa 20 so Skills drauf gesehen. Und ich habe gedacht, das passt ja. Wer hat das Inserat für mich geschrieben? Wer hat wie viel zu alt?
36:13
Und ich habe mich dann sofort beworben. Ich war gerade am anderen Tag auf Zürich in ein Tonstudio. Ich habe mich ja mit der Stimme beworben und nicht schriftlich. Und habe dann das bekommen. Und wie gesagt, ich bin dann also nicht so ausgestattet gewesen wie heute. Okay, ich kann das. Ich habe einfach etwas machen müssen. Ich war ausgesteuert gewesen zu dem Zeitpunkt. Und habe gefunden, nein, warum ist das nicht früher gekommen? Jetzt probiere es. Aber ich bekam eine Absage. Das war schon mal das Erste. Ich bekam dann erst in der zweiten Runde, als du dich gemeldet hast.
36:44
Da dachte ich mir gar nicht mehr. Ich bin so glücklich, dass ich das gemacht habe.
36:56
Wir docken doch noch schnell ein bisschen an bei eurer Herkunft. Auf der einen Seite das Einzelkind Eva. Was wäre so ein typischer Schnappschuss von dir und euren Eltern zu Hause, wenn du zurückdenkst an diese Zeit? Du hast erzählt, wie das Vertrauensbilden war, wie deine Eltern dir Vertrauen auch gegeben haben.
37:17
Ich auf dem Velo Richtung Emmaus zu ficken, wo die Röstchen waren, die wir manchmal strickeln und reiten durften. Immer der Wind in den Haaren und unterwegs.
37:30
Dein Vater ist Schriftsetzer aus Tübingen. Er wollte eigentlich auswandern in Neuseeland.
37:35
Da habe ich alles erzählt.
37:40
Deine Mutter wollte offenbar einen Englischkurs besuchen und das ist die glückliche Fügung, dass die Eva entstanden ist.
37:48
Genau, sie sind miteinander im gleichen Englischkurs gesessen. Mein Vater eigentlich, der noch bei Ariel Füssli einen Zwischenjob gemacht hat, bevor er dann schon auf Neuseeland wollte. lernt meine Mutter kennen, Sweet Sixteen, im Englischkurs zum Glück im Gleichen. Sie hat sich eigentlich noch einmal anders eingeschrieben, ist dann noch einmal in der Reihe gestanden, ist noch einmal eine halbe Stunde in der Linie gestanden, um sich umzuschreiben, wieso auch immer, ich glaube an das Schicksal. Und das war es, dass die beiden sich getroffen haben. Mein Vater musste dann ziemlich die hinteren Führer nehmen.
38:20
Bis meine Mutter gesagt hat, also gut, ich gehe mit dir jetzt mal ein 7-Up trinken und wir schwänzen die Englisch. Klasse. Ich bin froh, dass er sich durchgesetzt hat.
38:29
Wir sind alle froh.
38:38
Ralf, du hast erzählt, aufgewachsen zu 10, dein Vater war Chauffeur, deine Mutter zu Hause mit ein paar Kindern. Du bist ja nicht als Einzelkind aufgewachsen. Was wäre so ein typisches Bild von euch zu Hause oder von dir zu Hause? Trommeln haben wir schon mitbekommen.
38:54
Weihnachten mit Blockflöten unter dem Christbaum.
38:59
Ein typisches Bild, ich war der Älteste und ich habe zwei Brüder, die jünger sind. Und ich habe mich wahnsinnig genervt, wenn ich immer für sie schauen musste. Der Jüngste ist neun Jahre jünger, das war kein Problem. Dann bin ich mit dem Kinderwagen im Quartier herumstolziert. Aber der, der drei Jahre jünger ist. Ich war ein Wilder, zwar schüch, aber viel im Wald. Ich war viel von draussen. Der musste immer mit und ich musste aufpassen. Bei jeder Felsschlucht, in der es runterging, ist der stehen geblieben und ich kann nicht.
39:33
Ich war schon da unten. Das klingt jetzt ein bisschen übertrieben, aber sinngemäss. Und dann ist er auch in Ameisen hochgegangen oder in den Bach gegangen. Und dann sind wir nach Hause und die Mutter hat sich aufgeregt. Und wer hätte es füllen müssen? Eben ich. Und natürlich hatte ich dann nicht so viel Freude. Aber das waren so Bilder, oder langweilige Sonntagsspaziergänge mit Sonntagskleidern. Also ich habe ausgesehen. Für jemanden, der gerne im Wald ist, oder an einem Sonntag, das war die höchste Strafe.
40:01
Du hast eine musikalische Erweckung gekannt, auf das möchte ich schnell eingehen. Du hast Abziehbildchen gesammelt, das gab es damals noch, ganze Koffer voll Abziehbildchen. Und du bist ja eigentlich sozialisiert worden mit Schlager, das war die Zeit, 60er Jahre, Anfang 70er Geschichte. Es gab aber eine Kassette, die du duschen konntest. Was ist passiert?
40:22
Ich habe gesagt, grüß, Sie haben das Abziehbildchen. So bin ich in den Laden. Dann gab es mir Abziehbildchen. Irgendwann hatte ich viele Abziehbildchen. Ich habe aber Rex Gildo und Roy Black und diese Sachen gehört. Wencke, Mühre und all das konnte ich auswählen.
40:38
Meine Bändchen in der Schule hatten aber Geschwister, die älter waren. Die hörten Pink Floyd, Le Zeppelin und solche Dinge. Wenn du dazugehören wolltest, musst du den musikalischen Sprung eines Tages machen. Ich kam mit meinen Schlagern nicht so an.
40:54
Das war auch eine Art Prüfung und da habe ich beschlossen, weil ein Kollege von mir hatte dann tatsächlich so ein 120 Minuten Kassettchen gehabt, zwei Stunden. Das sind die, die es immer reingefädelt haben, oder? Und das schmeckt es noch. Wir haben einen Tausch gemacht, ich habe meine zwei oder drei Säcke voll Abziehbildchen ihm gegeben und er hat mir das Kassettchen gegeben. Und dort getroffen ist gesehen, die Purple Made in Japan.
41:18
Und ich bin nach Hause, und es war natürlich das komische Kassettengerät, das ja eh nicht gut tut, und ich habe die Kassette geliebt. Und ich habe kühlt, kühlt, kühlt den Abend. Weil ich habe etwas hergegeben, das ich mit viel Herzblut... Und um diesen Eintritt zu schaffen, habe ich etwas eingelöst, das ich total nicht toll fand. Also wirklich total. Aber jetzt mich auch wachsen, das hast du auch gesagt heute in der Sendung, ich habe sich ja weiterentwickelt, zum Glück.
41:45
Wenn ich heute auf die Insel gehe und du mich fragen würdest, was du mitnimmst, wäre das Album «The Purple Made in Japan».
41:58
Das war ein Eintritt in eine neue Welt für dich, oder?
42:01
Das war ein Eintritt in eine neue Welt. Das war der Eintritt in eine neue Welt. Da redet man ja dann irgendwie die und die Musik, und plötzlich kommt Techno, was mache ich jetzt? Oder plötzlich kommt man in eine Welt, die mit Literatur zu tun hat, oder mit etwas ganz anderem, das man noch nie drinnen sieht. Das ist eigentlich etwas Schönes. Es hat ja viel Ozean, wo man eintreten kann und sich bewegen und schwimmen kann. Also ich habe das geliebt. Aber im Nachhinein ist es natürlich viel einfacher. Aber klar, das Form-Time.
42:29
Ich möchte noch schnell etwas, was ich mir notiert habe. Relativ freundersendig. Führergreifen, Eva. Du sagst eben, wir haben eine Patchwork-Situation. Erkläre uns mal schnell, wer wie wo. Also wir haben den Ältesten. Dein Sohn hat zwei... Kind schon, das ist richtig.
42:48
Genau.
42:49
Und dann sind noch mal zwei Teenager zu suchen. Wer sitzt da bei euch am Familientisch? Wie wohnet ihr an ihr?
42:54
Das ist sehr dynamisch. Mein Sohn hat zwei Kinder. Die dreieinhalbjährige Tochter und das kleine Baby. Zwei Wochen, das Böbli. Drei Wochen inzwischen. Und dann sind meine Teenagetöchter 16 und 18. Und meine Größere hat jetzt die Matur abgeschlossen und gab morgen Morgen Morgen, heute Abend, haben wir das Familieessen und nehmen den Abschied für einen Monat. Sie geht morgen auf der Interrail mit einem grossen Rucksack. Da haben wir zusammen gepostet vor ein paar Tagen. Morgen Morgen mit dem Billett Richtung Machsay und dann quer durch Europa.
43:29
Und ja, dann sind natürlich noch die Kindesväter, die darf man auch nicht vergessen.
43:35
Und das ist der Hugo Bitschi, der Vater ist von meinem Sohn, von unserem Sohn. Und er ist natürlich auch schon Grosspapi, logischerweise. Bei ihm passt das Alter ein bisschen besser, weil er wird nächstes Jahr 70. Und dann der Vater von meinen Töchtern, genau.
43:49
Hast du gut loslassen, wenn du so eine Tochter loszieht?
43:52
Ich muss sagen, ich habe es schon bei meinem Sohn gelernt, weil er erst mit 18 ist er nach Wien nach der Matur, hat dort Lyrik studiert, an der Uni für angewandte Kunst und war zwei Jahre in Wien, bevor er dann auch Medizin studiert hat, wie seine Frau. Und ich würde behaupten, das sind heute Ärzte, die andere Ärzte sind, wie du vorher, Ralf, gesagt hast.
44:17
Ein Lyriker, der Arzt ist.
44:19
Ganz genau, das kann man sich auch schon mal vorstellen.
44:22
Genau, kulturaffin und nahe am Leben.
44:27
Sehr nahe am Leben.
44:28
Ohne weissen Kittel.
44:29
Zu dem würdest du gehen, Ralf, gell?
44:32
Ihr würdet euch sehr gut verstehen.
44:33
Das klingt einmal spannend, ja.
44:36
Alles, was mir spannend denkt, da gehe ich natürlich naiv, ich bin einfach mal rein.
44:41
Du hast siebeneinhalb Tausend Gespräche geführt, plus minus. Du hast zählt. Ja, nein, ich habe die Zahl, irgendwann ist die mir aufgetaucht. Eine spezielle Geschichte zum Schluss, ist der Obdachlos Zigi gewesen, wo du...
44:56
in die Sendung genommen hast und das gab ihnen aber auch die Aussenschlagzeile. Wir haben über diesen gesprochen, ich weiss noch. Wir haben uns vor der Sendung unterhalten und gefragt, ob ich das machen kann. Wir haben gesagt, selbstverständlich, ich muss es ausprobieren. Nimm uns doch mal mit, wie du den Zigi kennengelernt hast.
45:12
Ich war auf dem Heimweg, auf dem Arbeiten, mit dem Trottini und fahre dort bei Banow-Förlick, so eine Rampe drauf. Und dort oben steht einer, hast du mir einen Stutz, oder? Das Nacht um 20 vor eins. Und ich habe wirklich, ich habe schon Geld irgendwo gehabt, aber ich musste den Rucksack abziehen und das ganze Zeug. Da habe ich gesagt, nein. Und dann hat er gesagt, hast du eine Karte? Da habe ich gesagt, ja. Da hat er gesagt, wann ist der McDonalds?
45:40
Da habe ich gedacht, das ist eigentlich nur ein cleverer Typ, da bin ich mit Demi McTee und er hat auch dort etwas gekauft und ich habe das gezahlt. Und mich hat schon auf dem Weg rüber gedacht, er hat dann gerade gesagt, dass er ein Junkie ist und draussen übernachtet. Und mich hat aber interessant gedacht, weil er nicht bescheiden war im Hirn, sondern er hat eigentlich recht gut geredet. Und dann war er dort am Essen und ich dachte, Gott verdicke, das ist genau das, was ich eigentlich will. Und zwar nicht zum etwas so ausstellen und möglichst viel.
46:10
Das, was nachher passiert ist, hat mich dann eigentlich schon fast ein bisschen erschreckt, dass dann plötzlich der Tag noch gefunden hat, etwas zu machen. Natürlich war es gut, aber ich habe ihn wirklich... Ich habe gefunden, der ist so spannend, der Mensch. Wo schläfst du? Wie ist das, wenn du in der Nacht mit einem Schlafsack irgendwo in einer tiefe Halle oder so? Wie ist das? Und dann dachte ich, ich frage ihn. Und er sagte, ja, aber ich wusste, ich muss natürlich meine Chefin fragen, meine Häuptlinge. Und die haben dann... Ich wusste noch nicht, wie das kommt. Ich hatte keine Telefonnummer und nichts.
46:41
Und dann haben die gesagt, okay. Und irgendwie haben wir es dann geschafft. Ich sagte, du musst mir einfach anrufen am anderen Tag, am 4. Bis dann weiss ich es. Und er hat dann mehr angeläutet, ein paar halb Stunden später, aber er hat aus der Kabine angeläutet. Und dann kam er und alles, was dann passiert ist, ist Leben. ist Leben auf einer anderen Seite. Ich lebe jetzt nicht so wie näher, aber mich hat das interessiert. Das Leben ist ja so etwas von Breit und das ist einer von vielen Leben. Und ja, es hat mich einfach... Ich hatte das Gefühl, er hat etwas zu erzählen.
47:09
Und er hat tatsächlich etwas zu erzählen gehabt. Absolut. Eine spezielle Episode. Eva, du hast vor einem guten Jahr den Kulturplatz... gewechselt zu deinem eigenen Platz als Leadership-Coach. Und in dem gleichen Jahr sitzt er hier in der ersten Reihe. Matthias Akerich schreibt einen Roman, der er auf der Leid schreibt. Wie geht es einem, wenn ein Roman erscheint, der Eva heisst?
47:37
Das ist natürlich eine schöne Schmeichel. Manchmal Bauchpinsel und finde, wow.
47:42
Aber wird es dann auch ein bisschen unheimlich?
47:44
Es ist mir dann unheimlich geworden, als ich es gelesen habe. Okay, ich habe Matthias 100% künstlerische Freiheit zugesagt, weil ich auch ein Mensch bin, der einfach vertraut, dass es gut kommt.
47:56
Und die Nachnamen steht ja nie in.
47:57
Ganz genau, man hat keine Ahnung, wenn man denkt, eine Eva, die eine Schweizer Fernsehmoderatorin ist, dann weiss man sicher nicht, wer es ist, oder?
48:10
Ich habe Matthias vertraut und habe dann am 1. Januar, nach einer logischerweise auch sehr kurzen Nacht, bin ich mit einem leichten Hangover auf meinem Sofa gelegen und habe nicht gedacht, jetzt muss ich mal wissen, was er macht, weil er hat mich schon gefragt, bist du rum? Im März gibt es dann die Buchpremiere, wir müssen dann zusammen auf die Bühne und so. Ich dachte, jetzt muss ich mal schauen, was in diesen Fahnen steht. Das waren dann noch die einzelnen Seiten. Ich habe das gelesen, Und habe mich wahnsinnig gut amüsiert. Und jetzt nicht, weil mein Name drin steht, sondern weil Matthias etwas kann.
48:46
Er ist einfach süffig. Er schreibt süffig. Es ist ein echter Page-Turner. Und nicht erst in diesem Buch. Ich hatte das Glück, dass ich alle Romanen, die Matthias geschrieben hat, premieren, moderieren durfte. Also habe ich ziemlich alle seine Bücher gelesen.
49:00
Und hast du gewusst, auf was du einlässt?
49:01
Ich habe gewusst, auf was mich einlässt. Nämlich auf sehr viele...
49:05
begnadetes Storytelling. Jemand, der Geschichten erzählen kann und der uns als Leserinnen und Leser Atem behalten kann, indem er das auch immer mit ganz viel Aktualität der Weltbühne einstreut. Er hat ja sogar gearbeitet, es ist nicht unbedingt eine schöne Self-Fulfilling-Prophecy, aber er hat immerhin geschrieben in einem Vorgänger-Roman, dass Trump nochmals Präsident wird. Man wäre froh, er hätte nicht recht gehabt. Es war jetzt so und ab und zu hat er auch etwas Prophetisches.
49:40
Natürlich nicht in diesem Roman, ich will jetzt nicht die Pointe verraten, aber die stimmt hoffentlich nicht.
49:48
Eine ganz kurze Prophezeiung ist die, Ralf, du hast diese Woche die letzten drei Nachtclub-Sendungen auf SRF 1. Und dann, was machst du am 1. September?
50:00
Am 1. September räume ich auf. Ich habe noch eine Party. Ende August. Ich habe ja Geburtstag gerade dann. Am 1. September gehe ich auf Cuxhaven.
50:15
Einfach ein wenig, weil es hier ja so heiss war. Nein, ich habe dort Auswandern kennengelernt, die auf Cuxhaven und an Wasserturnen sind gemacht. Und die gehe ich besuchen. Und ehrlich gesagt, weiss ich noch nicht so recht, was ich mache. Mir kommt es vor, jetzt nur mit dem Engadin und noch einfach, ich bin bis zum letzten Moment 100% dabei. Also nicht 95 oder 99, 100%.
50:39
Und dann ist das für mich so wie von 150 auf 0 in einer Sekunde. Ich bin sehr gespannt. Das ist etwas, was ich auch noch nie erlebt habe. Ich habe keine Ahnung. In der Schule hat mir das auch nicht unterrichtet, was da passiert. Aber ich habe keine Angst um mich. Es ist mir noch nie langweilig gewesen. Und vor allem, ich weiss, was ich machen werde. Ich habe über alle Jahre, Christian, das glaubst du nicht, Eva, ich habe Post bekommen ohne Ende. Und das war alles schöne Post. Handgeschriebene Briefe, die ich z.T. mit der Lupe oder mit einer Schrift, die alt ist.
51:11
Drei-Seite, vier-Seite. Ich konnte nie so reagieren, wie ich das gerne gemacht hätte, in meiner Art. Ich habe die alle auf die Seite getan und jetzt habe ich einen Schrank voll. Mit Briefen? Mindestens. Und jetzt habe ich einfach gedacht, damit mein Abgang dort auch ein bisschen langsamer wird, ich beantworte alle Posten.
51:29
Wow.
51:34
mit dem.
51:39
bin ich den Menschen schuldig, die sich Mühe genommen haben, mir zu schreiben. Ich habe das nicht gewünscht. Ich wäre froh gewesen, es hätten mir nicht so viel geschrieben. Aber ich konnte noch nie etwas einfach wegfallen. Das ging nicht. Und du glaubst nicht, wie viele Mails ich ausgedruckt habe und auch auf der Liste habe. Also ich probiere wirklich alles zu beantworten. Aber an dieser Stelle einfach danke vielmals für die, die ich nicht kann.
52:05
Wir sagen Dankeschön euch beiden.
52:08
Merci vielmals für euren Besuch im Persönlich. Eva und Ralf, alles Gute, viel Freude auf eurem Weg, wo immer ihr eure nächsten Schritte heransetzt. Das war es von Persönlich. Euch allen einen wunderschönen Sonntag und bis zum nächsten Mal. Merci.
52:39
Die Sendung persönlich, die er gehört hat, mit dem Christian Zeugin, der moderiert hat, seine Gäste, Eva Wannenmacher, Moderatorin und Coach, und Ralf Wicke, Radiolegende und Nachtclub-Moderator, da bei uns kurz vor der Pension. Sie waren in der Kellerbühne in Rapperswil-Jonah und für Technik verantwortlich. Patrick Arnold und Martin Janser. Die Sendung, wenn ihr es jetzt verpasst habt, nochmals hören wollt, könnt ihr es jederzeit online machen oder einfach heute Abend am 10 Uhr. Dann wird sie hier auf Radio SRF 1 nochmal wiederholt.
53:11
Und nächstes Sonntag dann Dani Vorler mit seinen Gästen Gerlinde Neff. Sie ist Ältlerin und Pflegefachfrau. Und Christian Manser. Er ist Kuh-Signal-Trainer. Sie sind in der Kunsthalle Apizell, Zapizell. Und, wenn ihr gerne dabei seid, dann könnt ihr dort einfach auftauchen.
53:31
Das war ein Podcast von SRF.
53:33
Produziert im Auftrag der SRG.